Dritter Knoten: Bartleby

„I would prefer not to.“
„Prefer not to? What do you mean? Are you moon-struck? I want you to -„
„I would prefer not to.“

Und dabei bleibt es. Der Kanzleischreiber Bartleby verweigert sich mit dem immer gleichen, höflichen Satz allen Erwartungen an ihn. Zuerst seiner Arbeit, dann allen Gesprächen und Kontaktversuchen, schließlich dem Leben selbst. Herman Melville schrieb diese Erzählung zwei Jahre nach ‚Moby Dick‘. Sie verweigert sich gleichfalls den Erwartungen seiner Leserschaft. Sie hat keine wirkliche Auflösung, keine Helden, und sie spielt nicht auf See, sondern im denkbar gegensätzlichen Umfeld, einer lichtlosen New Yorker Kanzlei.

‚Bartleby‘ ist Melvilles rätselhafteste Erzählung, eine Herausforderung für die Vernunft, ein Streifzug an die Grenzen des Wahnsinns. Die nüchterne, trockene Prosa kontrastiert mit der absurden Situation. Mich hat die Geschichte stark beeindruckt, zumal man immer weiterliest in der Erwartung einer Auflösung oder Erklärung. Der Autor liefert auch eine im letzten Satz, quasi nebenbei, doch diese ist nicht wirklich nötig. Ebenso wie Kafkas Verwandlung ist Bartlebys Totalverweigerung nicht Folge, sondern Prämisse.

Auch im Roman „Im Bann der Freibeuter“ (nicht von Herman Melville) verweigert sich der Protagonist einige Male den an ihn gestellten Erwartungen. An einer solche Stelle steckt der dritte der im Buch verborgenen Hinweise, die dem Leser, der zuerst alle Knoten löst, zu einer Kiste mit einem Schatz aus der Piratenzeit verhelfen. Der Schatz ist immer noch unbeansprucht und wird es vielleicht noch eine Weile bleiben. Ohne Hinweise sind die Knoten nicht einfach zu lösen. Alle Details zur Schatzsuche kann man hier nachlesen.

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