Zweiter Knoten: Der Seewolf

„What do you do for a living?“

„I – I am a gentleman.“

Das war die falsche Antwort, und Humphrey van Weyden, der Protagonist in Jack Londons Roman, bekommt das sofort zu spüren. Der sanfte, gebildete Literaturkritiker ist nach einem Schiffsunglück an einem für ihn fremdartigen und furchtbaren Ort gelandet – an Bord eines Robbenfängers, kommandiert von dem brutalen, hochintelligenten und zynischen Kapitän Wolf Larsen. Statt ihn an Land zu setzen, zwingt Larsen ihn zur Arbeit auf dem Schiff. Doch Schritt für Schritt gelingt es van Weyden, sich zu behaupten und an die raue Umgebung anzupassen.

Der Seewolf ist eine Studie über Autorität, Freiheit und menschliche Würde. Es ist immer noch einer der besten und authentischsten Seefahrtsromane, die ich kenne. Auch neuere Autoren wie C.S. Forester, Patrick O’Brian und Mac. P. Lorne können ihm kaum das Wasser reichen. Zumindest gilt das für den größten Teil des Romans. Bei dem Rest stelle ich mir einen Einspruch des Verlegers vor: „Jack, so toll dein Roman ist, so können wir das nicht drucken. Es kommt keine Frau vor. Ohne Romance verkauft sich heute kein Buch mehr. Denk an die weibliche Leserschaft! Setz dich hin und lass dir etwas einfallen.“ Und Jack setzt sich wieder an die Schreibmaschine und baut am Schluss des Romans noch eine Liebesgeschichte ein, die zumindest meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Wer das Buch „Im Bann der Freibeuter“ (nicht von Jack London) gelesen hat, erinnert sich vielleicht darin an eine ähnliche Situation wie die eingangs geschilderte. Und dort steckt ein weiterer der zehn im Buch verborgenen Hinweise, die den Leser, der zuerst alle Knoten löst, zu einem realen Schatz aus der Piratenzeit führen! Der Schatz ist immer noch unbeansprucht. Alle Details zur Schatzsuche kann man hier nachlesen.

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