
“Is it not getting late? Will not they be awaiting us at the palazzo? Let us be gone!”
“Yes,” I said, “let us be gone.”
“For the love of God, Montresor!”
“Yes,” I said, “for the love of God.”
But to these words I hearkened in vain for a reply.
Zwei Männer gehen eine Straße entlang. Der eine ist betrunken, der andere stocknüchtern. Der Nüchterne plant einen Mord. Er hat ihn akribisch vorbereitet, an jede Einzelheit gedacht. Der andere ist arglos. Das Verbrechen entwickelt sich ohne Eile, ohne Leidenschaft, mit handwerklicher Gelassenheit. Der Erzähler Montresor lockt seinen Freund Fortunato in die Katakomben seines Palazzos. Dort, zwischen Knochenhaufen und feuchten Gewölben, fesselt er ihn in einer Mauernische und mauert sie Stein für Stein zu.
Das Fass Amontillado ist Poes bekannteste Story, der Prototyp der Horrorgeschichte, die ganz ohne Geister oder übernatürliche Elemente auskommt. Poe erzählt die Handlung mit kalter Präzision. Sie spielt wie viele von Poes Kurzgeschichten in einem mythischen Europa. Schon zu Beginn kennt der Leser die Absicht des Protagonisten. Von da an steigert sich die Spannung stetig. Der letzte Satz, in dem der Erzähler nach einem halben Jahrhundert berichtet, dass niemand die Mauer je wieder angerührt habe, wirkt wie ein endgültiger Schlussstein auf dem Grab.
Auch im Roman „Im Bann der Freibeuter“ (nicht von Poe) gerät der Held einige Male in eine ähnliche, scheinbar ausweglose Situation wie der unglückliche Fortunato. An einer dieser Stellen steckt der fünfte der im Buch verborgenen Hinweise, die zu einer Kiste mit einem Schatz aus der Piratenzeit führen. Aber Vorsicht, womöglich sind finstere Gewölbe und gefährliche Katakomben zu überwinden! Der Schatz wartet immer noch auf seinen Entdecker. Alle Details zur Schatzsuche kann man hier nachlesen.