
„Die Gedanken, die so viele Menschen beschäftigen: Wie komme ich zu Geld? Wenn man schon Geld hat, dann ist es leichter, zu Geld zu kommen, denn man kann es investieren. Wenn man aber gar nichts besitzt, dann hat es seine Schwierigkeiten, diese Frage zur Zufriedenheit zu lösen.„
Drei Männer ziehen in die Berge Mexikos, um Gold zu suchen. Dobbs und Curtin sind heruntergekommene Amerikaner, die sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Howard, der alte Goldsucher, weiß dagegen sehr genau, worauf sie sich einlassen. Nicht die Arbeit ist das Gefährliche, sagt er ihnen, nicht die Berge, nicht die Banditen. Gefährlich wird es, wenn man das Gold tatsächlich findet.
Mit „Der Schatz der Sierra Madre“ hat Traven einen der besten Abenteuerromane geschrieben, die ich kenne. Das Buch hat alles, was ein Abenteuerroman braucht: fremde Landschaften, gefährliche Wege, Gold, Räuber, Gier, Misstrauen und Gewalt. Traven benutzt diese Zutaten, um den Menschen zu zerlegen. Der Roman ist berühmt geworden durch den Film mit Humphrey Bogart, aber das Buch ist ironischer, härter und böser. Traven braucht keine langen inneren Monologe, um zu zeigen, wie aus Kameraden Gegner werden. Erst teilen sie den Gewinn, dann das Misstrauen, am Ende teilt jeder nur noch die Angst mit sich selbst.
Traven schreibt, als habe er selbst Staub im Mund gehabt, als habe er selbst vor einem schmierigen Arbeitsvermittler gestanden und selbst begriffen, dass ein mittelloser Mann nicht nur Hunger leidet, sondern auch noch von jedem gedemütigt wird, der ein wenig mehr besitzt. Wie schon im „Totenschiff“ geht auch hier um eine Welt, in der Besitz, Papiere, Macht und Zufall darüber entscheiden, ob ein Mensch etwas gilt oder nicht.
Auch im Roman „Im Bann der Freibeuter“ (nicht von B. Traven) steht der Held mittellos auf der Straße. Und auch hier gibt es – jedenfalls für die Leser – die Gelegenheit, einern Schatz zu ergattern. Alle Details zur Schatzsuche kann man hier nachlesen: books.lotter.org/dieses-buch-enthaelt-zehn-versteckte-hinweise.
Manche Vermutungen, die ich bislang erhalten habe, waren beunruhigend nahe dran. Aber noch hat niemand alle zehn Knoten gelöst. Der Schatz ist also weiterhin unbeansprucht. Was vielleicht besser ist. Denn wer weiß, was er aus seinem Entdecker macht…